Bei der Schaffung und Entwicklung der Mittelschicht übernahmen die Juden die Vorreiterrolle. Als der Prophet Abraham im 17. Jahrhundert v. u. Z. auftrat, bestand eine Verbindung zu den Hyksos.
Während die Mitanni im Norden blieben, breiteten sich die Hyksos in Richtung Ägypten aus. Die Juden spielten zwischen Babyloniern und Ägyptern die Rolle eines Bindeglieds, handelten zwischen beiden und verbanden sie miteinander. Die Juden sind die Schöpfer des Handels und der Mittelschicht. Selbstverständlich spielten dabei auch Assyrien, Ionien, Athen und Mykene-Kreta eine wichtige Rolle.
Wie und warum entstanden Mittelschicht und Aristokratie? Mit der Zunahme der Siedlungen und Stämme, die sich im Neolithikum und danach entwickelten, kam es zu einer Verdichtung. So wie sich Göbekli Tepe über fünftausend Jahre in Obermesopotamien entwickelte und ausbreitete, fand auch die neolithische Entwicklung, die zur Entstehung der Aristokratie führte, in Mittelmesopotamien statt. Die Tell-Halaf-Kultur fällt in diese Periode, die Zeit der Entwicklung der Ethnizität. Stammesführer und alle im Dorf reich gewordenen Familien verwandelten sich in eine Aristokratie. Der Grund war, dass die Kaste ihre Kontrollmacht verloren hatte. Entwicklungen auf der Grundlage kommunaler Einheiten breiteten sich in der ganzen Region aus; dadurch konnte die ohnehin zahlenmäßig begrenzte Kaste sie nicht mehr überwachen und unter Kontrolle halten. Um die zugunsten der Gesellschaftlichkeit erfolgenden Entwicklungen kontrollieren und beaufsichtigen zu können, wurde daher die Aristokratie entwickelt. Eine um einige Grade flexiblere Form der Kaste war entstanden und Schritte zur Klassenbildung waren getan. Die Epoche der Aristokratie begann. Mit dem Untergang Roms veränderte sich die Aristokratie, nahm eine neue Form an, verwandelte sich in Dynastie, Königtum und Nationalstaat und wurde besiegt.
Im jahrtausendelangen Konflikt errang die Mittelschicht den Sieg über die Aristokratie. In England verwandelte sich die Aristokratie in die Bourgeoisie. Die islamische Revolution war eine Brücke zwischen Aristokratie und Mittelschicht beziehungsweise Bourgeoisie. Die Sassaniden beherrschten Südarabien, Byzanz Nordarabien. In Zentralarabien beherrschte die Aristokratie alles, doch andererseits gab es eine neue Handelsbourgeoisie, die sich entwickeln wollte.
Die Mittelschicht ist eine Zwischenklasse. Sie ist ein Eindringen, das sich zwischen den Unterdrückten und der nachkastischen Aristokratie entwickelte. Durch Handel, Handwerk und Wucher kauft sie von der Aristokratie und verkauft an die Untersten, kauft von unten und vermarktet nach oben; sie stützt sich nicht auf Ursprünglichkeit, sondern auf Künstlichkeit. Mit Geld besiegt sie die Aristokratie. Anfangs erleichterte Geld das Leben oder den Tausch. Es war ein Instrument mit Tauschwert. Zunächst wurden anstelle von Geld „Muscheln, Gold, Salz und Obsidian“ verwendet. Das Benötigte wird mit Geld gekauft. Sobald es heißt: „so viele Schafe, so viel Weizen, Wolle oder Eier für diesen Gegenstand“, ist das Geld ins Spiel gekommen. Heute zirkulieren im Finanzzeitalter Billionen Dollar virtuelles Geld ohne jeden Gegenwert. Auch ohne jede Produktion wird durch Spiele mit Börse, Zinsen und Devisen Geld verdient. Der Staat ist das Werk der Vermählung des säkularen mit dem himmlischen Gott. Er ist das uneheliche Kind dieser Ehe. Die Vereinigung von Geld und Jahwe führte zum Staat.
Die Juden sind das beste Beispiel für diese Klasse. Auch spätere mosaische und monotheistische Religionen sind Versionen davon. Anfangs war die Mittelschicht eine Minderheit, doch mit dem kapitalistischen Prozess erreichte sie eine gewaltige Zahl, bis sie zu einer Bevölkerung wurde, welche die gesellschaftliche Struktur verzehrt und aufbraucht. Das Verschwinden der Gesellschaft ist nun zum grundlegendsten Problem geworden. Hitler und Stalin sind Produkte dieser Klasse. Es scheint kaum einen Bereich zu geben, dem sie nicht ihren Stempel aufgedrückt hat. Statt Klassenanalyse muss man sich mit Kaste und Aristokratie befassen. Im Laufe der Geschichte wurde die staatlich organisierte Klassenzivilisation durch drei Händlerschichten aufgebaut: Priester-Herrscher, Bürokrat und Soldat.
In der Geschichte gibt es drei große Revolutionäre der Mittelschicht: erstens Abraham und sein Fortsetzer, der Prophet Mohammed; zweitens Robespierre; drittens Lenin. Selbst wenn es im Namen des Sozialismus geschah, wurde die Sichtweise der Mittelschicht nicht überwunden und der Sozialismus als Maske benutzt. Das Selbstbestimmungsrecht der Nationen wurde als Taktik und vorübergehende Sichtweise eingesetzt, um den Zerfall zu verhindern. Es spiegelt vollständig eine Mittelschichtsperspektive wider. Übermäßiger Einsatz von Gewalt, Verbreitung von Terror und im Wesentlichen die Unterdrückung der Untersten gehören zu den grundlegenden Eigenschaften ihrer Führer. Deshalb wurden sozialistische Revolutionäre, Charidschiten und Barfüßige massakriert. Auch die heutige Krise hat hierin ihren Grund; sie ist die größte Krise der Mittelschicht. Die Untersten können in der Geschichte Widerstand leisten und sogar ihre Freiheit erringen, doch am Ende kommen sie nicht darüber hinaus, dem Herrn zu ähneln. Sie wissen nicht, was sie aufbauen sollen.
Der erste Aufstand und die ideologische Führung der Mittelschicht wurden von den Juden vollzogen. Der Auszug Moses aus Ägypten kann als ihr erster revolutionärer Schritt gelten. Der zweite Schritt bestand darin, dass diese Ideologie sich auf eine bestimmte Massenbasis stützte, die Grenzen des jüdischen Tribalismus überschritt, sich allgemeiner und universeller ausbreitete und eine bestimmte soziale Basis erreichte. Dies kann als ihre Vergesellschaftungsphase und die islamische Revolution als Prozess ihrer Politisierung gelten. Dieser Kampf liegt dem Konflikt zwischen Muawiya und Ali zugrunde. Durch die Französische Revolution wurde er nach Westeuropa, durch die bolschewisch-chinesische Revolution in den Osten getragen. Es sind Revolutionen der Mittelschicht. Weil Stalin sechs Millionen Bauern tötete, konnte er Sklaven für den industriellen Vorstoß finden; anders hätte er den Industrialismus nicht verwirklichen können. Durch staatlichen Zwang und Gewalt enteignete er Menschen, beschaffte Sklaven und Arbeitslose für die Industrie und ließ sie arbeiten. Dasselbe geschah in China: Unter der Maske von Sozialismus-Kommunismus werden Bourgeois geschaffen, die Mittelschicht produziert und arbeitende Schichten zu billigen Arbeitskräften und Ausbeutungsinstrumenten gemacht.
Die Mittelschicht ist gegen Demokratie. Sie lehnt den Monismus geistig und praktisch ab. Eine Klasse bedeutet die russische Klasse, eine Nation Hitlers Nationalismus. Monistische Religion, Konfession und Denkmuster führen zum Faschismus. Sowohl die Klassen- als auch die Nationsidee sind Werke der deutschen Denkstruktur. Das Judentum ist die erste Form dieser Denkweise.
Heute ist die Mittelschicht eine Plage für die Menschheit. Das bestehende System stützt sich auf sie. Diese entstandene Struktur trägt gegenwärtig die Hauptverantwortung für Zusammenbruch, Depression und Krise.
HINWEIS: AUS DEM MANIFEST ZUSAMMENGESTELLT.
